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(Presseerklärung der Südwestdeutschen Anti-Atom-Initiativen, 29. Juni 2015) Zur Ankündigung der Bundesumweltministerin Barbara Hendriks, ab 2017 die in La Hague und Sellafield lagernden 26 CASTOR-Behälter an vier AKW-Standorten zwischenzulagern, erklären die Südwestdeutschen Anti-Atom-Initiativen:

"Tatort Philippsburg - Der Castor kommt! Wir sind schon da!" (25.10.2014Die geplanten CASTOR-Transporte stellen einen erneuten Fall von unverantwortlichem Atommülltourismus dar. Es gibt nirgendwo ein Endlager für hochradioaktiven Atommüll. Somit muss davon ausgegangen werden, dass die Behälter auf unabsehbare Zeit an den genannten Standorten bleiben und die dort ohnehin schon vorhandenen Gefahren erhöhen. Das noch dazu in Lagerhallen, die heute, nach dem Urteil über die CASTOR-Halle in Brunsbüttel, so nicht mehr genehmigungsfähig wären.

 

Das Ziel dieser Ankündigung ist im Wesentlichen, politische Handlungsfähigkeit durch eine Scheinlösung letztlich nicht lösbarer Probleme zu suggerieren. Dadurch soll der unverantwortbare Weiterbetrieb von AKW bis 2022 legitimiert werden.

Anstatt den Energiekonzernen die Hand zu reichen, wäre es die Aufgabe einer Umweltministerin, die den Atomausstieg und die Energiewende ernst nimmt, die Risiken der Transporte zu vermeiden und sich für eine möglichst gefahrarme Lagerung der bestehenden Atommüllarsenale überall auf der Welt stark zu machen. „Weder die Plutoniumfabrik in La Hague noch in Sellafield werden durch den Abtransport der Castoren für die dortige Bevölkerung sicherer.“ verdeutlicht Raschke, „der Atommüll wird durch das hin- und hertransportieren auch nicht weniger oder ungefährlicher. Die Atomkraftwerksbetreiber sollten von der Politik für ihren hochgefährlichen Müll rechtlich und finanziell in die Pflicht genommen werden. “

Der Plan, unter Verweis auf Verantwortungsbewusstsein und internationale Verträge durch die Verteilung von Atommüll größtmögliche politische Akzeptanz zu erreichen, wird so nicht aufgehen. Die Südwestdeutschen Anti-Atom-Initiativen kündigen schon jetzt Protest und Widerstand gegen die geplanten Transporte an.
Ihr Sprecher, Andreas Raschke kommentiert das Vorhaben: „Wer in der momentanen Situation überall Atommüll hinschafft, wird überall auf Widerstand treffen. Wer bei der Atommüllproblematik auch nur einen kleinen Schritt in die richtige Richtung gehen will, muss als erstes die Produktion von neuem Atommüll beenden, also die noch laufenden AKW sofort stilllegen!“

Die südwestdeutschen Anti-Atom-Initiativen sind ein Zusammenschluss der Standortinitiativen an den AKW Biblis, Philippsburg, Neckarwestheim, sowie weiterer Anti-Atom Initiativen aus Rheinland-Pfalz, Hessen und Baden-Württemberg.

 

Siehe auch:
Widerstand gegen den Philippsburg-CASTOR-Transport und alle weiteren Transporte
"Tatort Philippsburg - Der Castor kommt! Wir sind schon da!"